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Gerhard Harpers

Gerhard „Gerdi“ Harpers

Von einer Bezirkssportanlage im Bochumer Norden bis ins Londoner Wembley-Stadion: Am 12. März 1928 erblickte ein Mann das Licht der Welt, der im Laufe seiner Karriere als Fußballspieler zu einer der größten Persönlichkeiten der Bochumer Sportgeschichte werden sollte: Gerhard Harpers. Der spätere Nationalspieler stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und lernte das Kicken im Alter von sechs Jahren. Weniger als ein Jahrzehnt später debütierte Harpers bereits für die erste Mannschaft seines Heimatvereins SuS Gerthe 1911 und galt als eines der Herzstücke der unvergessenen Elf der Nachkriegszeit. Zur Saison 1950/51 zog es den damaligen Mittelfeldspieler zum klassenhöheren SV Sodingen.
Nachdem ihm in der Nachbarstadt der Aufstieg in die höchste westdeutsche Spielklasse, die Oberliga West, und dort 1955 die Vizemeisterschaft gelang, wurde er in die Westfalenauswahl befördert. Der Lohn: die Berufung zur deutschen Nationalmannschaft.
Unter Bundestrainer Sepp Herberger lief Harpers zwischen 1953 und 1956 insgesamt sechsmal mit dem Bundesadler auf der Brust auf. Erst im letzten Moment wurde er 1954 aus dem Aufgebot des späteren Weltmeisters mit dem historischen Finalspiel, dem „Wunder von Bern“, gestrichen.
Die wohl größten Highlights seiner Karriere im Nationaldress: Zusammen mit weiteren Fußball-Größen wie Helmut Rahn oder Uwe Seeler gegen England im legendären Londoner Wembley-Stadion aufzulaufen oder sich mit der Sowjetunion in Moskau zu duellieren. Auf Vereinsebene führte Harpers seine Mannschaft als Kapitän in die Gruppenspiele zur „Deutschen Meisterschaft 1955“, wo es unter anderem vor 60.000 Zuschauern in der Schalker „Glückauf-Kampfbahn“ zum Aufeinandertreffen mit der „Walter-Elf“ des 1. FC Kaiserslautern kam. Im Trikot von Fortuna Düsseldorf, welches der Spielmacher ab 1956 trug, nahm seine bewegte Karriere 1960 ein jähes Ende.
Dem Fußball blieb der gebürtige Bochumer dennoch auch nach der aktiven Karriere treu – mit ähnlich viel Erfolg. Er erwarb die Trainerlizenz und kehrte nach einigen Amateurstationen schließlich zurück ins Ruhrgebiet, wo er fortan hauptberuflich beim Sozialamt Castrop-Rauxel arbeitete. An der Seitenlinie von Hellweg Lütgendortmund gelang ihm der unglaubliche Aufstiegs-Durchmarsch von der Kreisliga bis zur Oberliga, ehe er seine Tätigkeit als Coach ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen beenden musste. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre als Pate des Kinderfußball-Werbetages in Gerthe und blieb bis zu seinem Ableben – ob bei Vereinsanlässen oder Spielen – treuer Begleiter der SpVgg Gerthe 1911. Im Alter von 88 Jahren verstarb 2016 mit Harpers eine der schillerndsten Figuren in der Geschichte des Revierfußballs. Bis heute ist man im Bochumer Norden stolz auf „Gerdi“. Ihm zu Ehren trägt das Gerther Maskottchen seinen Namen.


Weitere Legenden folgen.